Initiative zur Weiterentwicklung der Schullandschaft
Die Auswirkungen des demografischen Wandels sind insbesondere im Schulbereich bereits jetzt deutlich zu spüren. Und in den kommenden Jahren verschärft sich die Entwicklung weiter; dies zeigen die Analyse der offiziellen Bevölkerungszahlen aus der Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen: Danach nämlich sind die Geburtenzahlen im gesamten Dürener Nordkreis (und somit auch in der Gemeinde Titz) seit dem Jahr 2000 um rund 40 Prozent gesunken.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung erscheint eine Neuordnung der Schullandschaft in der Region grundsätzlich erforderlich. Auf Initiative von Bürgermeister Jürgen Frantzen hat deshalb zunächst der Ausschuss für Jugend, Kultur, Soziales, Schule und Sport und anschließend der Titzer Gemeinderat die Entwicklung im Sekundarbereich allgemeinbildender Schulen in unserer Region grundsätzlich diskutiert. Die Notwendigkeit hieraus ergibt sich insbesondere aus der Tatsache, dass Titz sich als flächengroße und gleichzeitig einwohnerschwache Landgemeinde in der Randlage des Dürener Kreisgebiets befindet, angrenzend auch an Kommunen in gleich drei Nachbarkreisen, die sich teilweise als ausgeprägte Schulstandorte definieren.
Die im vergangenen Jahr unter externer Moderation von Herrn Prof. Dr. Helmut W. Breuer, emeritierter Professor für Wirtschaftsgeografie an der RWTH Aachen (ehemaliger Leiter des geografischen Instituts der Hochschule), stattgefundene Diskussion über die zukünftige Gemeindeentwicklung hat u.a. auch die Notwendigkeit, Titz auch weiterhin als Schulstandort zu sichern, deutlich gemacht - insbesondere vor dem Hintergrund der nachhaltigen Attraktivität unserer Gemeinde für junge Familien. Dass z.B. die Bertelsmann-Stiftung in unserer Gemeinde bis zum Jahr 2025 noch Wachtumspotenziale erkennt, zeigt diese Attraktivität zusätzlich auf, unterstreicht andererseits jedoch die Notwendigkeit, dem Schul- und Bildungsbereich eine besondere Priorität einzuräumen.
Vor dem Hintergrund sich gravierend verschlechternder finanzieller Rahmenbedingungen bietet sich in verschiedenen Handlungsfeldern ohnehin eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit mit den benachbarten Städten und Gemeinden unseres Kreises an. Insofern ist die Gemeinde Titz zu einer engen Kooperation im Schulbereich bereit, dies jedoch mit dem klaren Ziel,
Ø das intakte Gebäude der Hauptschule auch dann, wenn anhaltend sinkende Schülerzahlen ihren Bestand in Frage stellen sollten, weiterhin für schulische Zwecke zu nutzen, und damit
Ø die Gemeinde Titz als auch zukünftig attraktiven Schulstandort im Sekundarbereich auf der Landkarte des Nordkreises zu präsentieren.
Selbstverständlich werden in alle Prozesse die Kollegien der Titzer Schulen sowie die Eltern eingebunden. Nachdem der Gemeinderats "grünes Licht" für den Weg der interkommunalen Zusammenarbeit im Schulbereich gegeben hat, ist zunächst jedoch die Kooperationsbereitschaft der anderen Städte und Gemeinden im Dürener Nordkreis abzuwarten.

